Bäume, Pflanzen, Tiere und viele Menschen leiden unter der Hitzewelle. Bäume an den Straßen werden mittlerweile von der Feuerwehr mit Wasser versorgt Für viele Haustiere ist die Hitze in den Wohnräumen eine Tortur. Auch vielen Menschen fällt es schwer bei den Temperaturen den Arbeitsalltag zu bewältigen. Insbesondere in nicht klimatisierten Büro oder bei körperlicher Belastung fällt es zunehmend schwerer das übliche Arbeitspensum zu bewältigen.
Auch die Schifffahrt leidet unter den hohen Temperaturen
Bilgenentöler 8 auf dem Rhein bei Düsseldorf
Die wochenlange Hitzewelle hat mittlerweile den Rheinpegel massiv sinken lassen. Am 01.08.2018 wurden am Düsseldorfer Pegel nur noch gut 90 Zentimeter gemessen. Aufgrund des niedrigen Wasserstands wird es mittlerweile eng auf dem Rhein. An vielen Stellen ist nur noch in der Fahrrinne ausreichen Wassertiefe für ein sicheres Fahren auf dem Rhein. Immer weniger Platz steht somit der Berufsschifffahrt und Sportschifffahrt zur Verfügung. Die Buhnen (Kribben) stehen mittlerweile größtenteils vollends im Trockenen. Diese Bauwerke verringern die Breite des Flusses um für mehr Wassertiefe zu sorgen. Diesen Zweck können die Buhnen zur Zeit aufgrund des extrem niedrigen Rheinpegels gar nicht mehr erfüllen.
Grundberührung und Kollisionsgefahr
Buhne mit Spiere – hoch und trocken
Nicht nur die Gefahr von Grundberührungen hat signifikant zugenommen. Auch die Kollisionsgefahr ist mittlerweile gestiegen da die Schifffahrt immer weniger Platz hat auf Distanz zu gehen.
Finanzielle Auswirkungen für die Binnenschifffahrt
Für die Binnenschifffahrt hat dies auch deutliche Auswirkungen in finanzieller Hinsicht. Bedingt durch den niedrigen Wasserstand kann zur Zeit nur noch die Hälfte an Ladung befördert werden.
Sportschifffahrt und das Niedrigwasser
Radartonne ohne Wasser
Wir Sportschiffer lieben Sonne und hochsommerliche Temperaturen! Meistens zumindest. Die Frage ist nur wie lange können wir noch die Häfen ohne Risiko einer Grundberührung verlassen und wieder anlaufen? Mittlerweile sind einige Sportboothäfen nicht mehr sicher für jede Yacht anzulaufen. Insbesondere Kielyachten mit mehr als 1,2 Meter Tiefgang haben bei der Ansteuerung der meisten Häfen Probleme.
Motorboot Training auf dem Rhein
Trockenheit auch auf der rechten Rheinseite
Wir Schiffsführer von Rhein Trainer beobachten schon länger mit Sorge die Entwicklung des Rheinpegels. Mittlerweile ist selbst in der Marina Düsseldorf die Schmerzgrenze fast erreicht. Viel fehlt nicht mehr und auch wir können unseren Betrieb einstellen. Beim An- und Ablegen wirbeln wir schon ordentlich Schlamm auf. Selbst bei äußerst vorsichtigem Manövrieren bleibt es nicht aus, dass der Schlick vom Grund des Hafenbeckens aufgewirbelt wird.
Für die Trainings auf dem Rhein steht uns zur Zeit deutlich weniger Flussbreite als üblich zur Verfügung. Es gilt somit mit äußerstes Aufmerksamkeit und Vorsicht zu navigieren. Die Anspannung bei allen Verkehrsteilnehmer ist in den letzten 2 Wochen merklich gestiegen.
Fazit
So ein kleines bisschen wünschen wir uns mittlerweile einige Tage Regen.
Vielleicht nicht gerade in Düsseldorf – es reicht ja wenn es Rhein aufwärts die nächsten Tage oder Wochen ordentlich regnet.
Wünschen kann man sich ja mal etwas. Auf jeden Fall hat das tolle Wetter die Nachfrage nach Motorboot Eventfahrten und Motorboot Trainings wahnsinnig toll angekurbelt. Zur Zeit könnten wir jeden Tag fahren! Macht ja auch super viel Spaß bei dem Wetter!
Die Kanalinseln sind eine Inselgruppe im Ärmelkanal unweit der französischen Küste. Der Rhein ein großer und für die Wirtschaft bedeutender Strom in West- und Mitteleuropa.
Auf den ersten Blick gibt es außer dem Wasser keine großen Gemeinsamkeiten.
Gezeitenstrom vor der Insel Alderney – Leuchtfeuer Mannez
Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass beide Reviere geprägt sind von starken Strömungen. Der Rhein hat eine Strömungsgeschwindigkeit von 6 bis 8 Km / Stunde. Rund um die Kanalinseln erzeugen die Gezeiten starke Strömungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 12 Km / Stunde.
Der sichere Umgang und entsprechender Erfahrung mit strömenden Gewässer ist somit für den Rhein wie auch für die Kanalinseln von elementarer Bedeutung.
Bei unserem Segeltörn im Juni 2018 zu den Kanalinseln waren die starken Gezeitenströme wieder ein eindrucksvolles Erlebnis. Damit in einem Gezeitenrevier die Strömung die Reise unterstützt gilt es Gezeitentafel und Stromatlas genau zu studieren. Ansonsten kann die Reise erheblich länger dauern als geplant.
Die auf dem Rhein und anderen Flüssen erworbene Kenntnisse beim Steuern eines Schiffs im Strom ist jedenfalls für ein Revier wie die Kanalinseln ausgesprochen hilfreich. Umgekehrt gilt es gleichermaßen. Die in Gezeitenrevieren gemachten Erfahrungen helfen dem Schiffsführer auf jeden Fall auch auf den großen Flüssen dieser Welt sicher zurecht zu kommen.
Seit mehr als 40 Jahren bauen die drei Brüder Cor, Adriaan und Tinie Vissers hochwertige und ausgesprochen zuverlässige Stahlyachten in Cuijk. Neben dem Bau der Yachten ist das zweite Standbein der Vissers Werft die Vermietung von Vissers Yachten sowie der Betrieb einer Dieseltankstelle.
Die Yachtvermietung wird künftig durch HM Yachtrental erfolgen.
Paul und Jolanda Hattink verfügen über langjährige Erfahrung in der Sportbootbranche.
Ich finde es ausgesprochen erfreulich, dass es somit weiterhin die Möglichkeit geben wird Yachten in der Nähe von Düsseldorf zu mieten.
Mögen Paul & Jolanda auch so eine glückliche Hand in der Betreuung Ihrer Kunden haben wie die Gebrüder Vissers!
Der Wind weht mit 4 bis 5 Windstärken, in Böen ist es auch schon mal deutlich mehr. Regen ist für heute zum Glück nicht angesagt.
Motorboot Training auf dem Rhein
Um 11.00 Uhr treffen Hans-Werner, Carmen und Jördis ein. Sie haben eine eigene Motoryacht und wollen damit dieses Jahr zum ersten Mal auf den Rhein. Sie haben schon jede Menge Erfahrung mit Motoryachten. Insbesondere auf Kanälen und Schleusen fühlen sie sich zu Hause.
Das Fahren auf einem Strom kennen hingegen alle drei noch nicht. Zur Vorbereitung auf Ihre Reise auf dem Rhein erfolgt deshalb heute das Motorboot Training auf dem Rhein.
Die elementaren Grundlagen für das Fahren auf dem Strom und insbesondere auf dem Rhein werden wir uns heute gemeinsam erarbeiten.
Nach der obligatorischen Sicherheitseinweisung und dem Anlegen der Automatikwesten mit Schrittgurt erläutere ich die Grundlagen des Fahrens im Strom. Detailliert gehe ich auf die Berufsschifffahrt, die Ausweichregeln und die blaue Tafel ein.
Das Ablegen übernehme ich noch selber. Danach übergebe ich das Steuer an Hans-Werner. Über UKW Kanal 10 informiere ich die Schifffahrt: „Sportboot Betti verlässt den Düsseldorfer Hafen und fährt zu Tal“. Danach geht es hinaus auf den Strom.
Wir üben das richtige Einschätzen der Berufsschifffahrt und sowie den Umgang mit der Motoryacht im Strom.
Nach 2 Stunden intensivem Training haben sich die drei an das Fahren mit der Motoryacht auf dem Rhein gewöhnt.
Unsere Motoryacht Betti liegt wieder in der Marina Düsseldorf und wartet auf den 2. Einsatz. Da erscheint auch schon Gabi auf dem Steg. Sie hat letztes Jahr schon einige Fahrten mit Betti absolviert. Heute wird Gabi ihre persönliche Motorboot Saison 2018 mit dieser Fahrt beginnen.
Motoryacht Streckenfahrt
Nach dem Ablegen übernimmt Gabi das Steuer. Ich hole derweil die Fender ein. Wir fahren zu Tal. Zur Zeit sind wieder jede Menge Binnenmotorschiffe auf dem Rhein unterwegs. Bei Rhein Kilometer 749 wendet Gabi die Motoryacht über Backbord und fährt gegen den Strom in den Paradieshafen ein.
In der Einfahrt begegnet uns das Rettungsboot der DLRG welches zu einer Kontrollfahrt den Hafen verlässt.
Im Hafen dreht Gabi die Motoryacht unter Einsatz der beiden Motoren. Steuerbord voraus, Backbord mit leicht erhöhter Drehzahl im Rückwärtsgang.
Wir verlassen den Paradieshafen und fahrt zu Berg. Jetzt geht es mit lediglich 8 Kilometern über Grund voran.
Immer häufiger bricht die Sonne durch die Wolken. Es wird an Bord richtig warm. Mittlerweile hat auch der Wind etwas nachgelassen. Bestes Wetter für den Beginn des Wonnemonats Mai.
Gegen 15.00 Uhr steuern wir den Düsseldorfer Hafen an. Wenig später schon liegt die Motoryacht Betti wieder bestens vertäut an ihrem Liegeplatz.
Zwei wunderbare Ausflüge auf dem Rhein bei Düsseldorf. Genau das richtige für den 1. Mai!
Auch an Himmelfahrt geht es wieder auf den Rhein. Noch sind mehrere Plätze zu vergeben.
Wolf Ortlinghaus ist seit mehreren Jahrzehnten auf Segel- und Motoryachten weltweit unterwegs. Freizeittörn, Überführungstörn, Skippertraining, Ausbildungstörn sowie die Motorboot Ausbildung wie auch das Radar Training auf dem Rhein bei Düsseldorf gehören bei ihm seit Jahren zum regelmäßigen Spektrum im praktischen Umgang mit Sportbooten. Gerne gibt er sein Wissen im Rahmen von Schulung, Beratung, Email, Telefon, einem persönlichen Gespräch und Blogs weiter.
Motoröl, Kühlwasser und Keilriemen sind kontrolliert. Das UKW Funkgerät steht bereits auf Kanal 10.
Mydays Traumtage Event
Binnenmotorschiff Celsius bei der Theodor-Heuss-Brücke
Da sind auch schon die beiden aus dem Saarland. Ich begrüße die Gäste. Nach dem Anlegen der Automatikwesten und der Sicherheitseinweisung geht es auch schon los. Ich lege ab und übergebe danach das Steuer an Luca. Für ihn ist es das erste Mal an Bord einer Motoryacht.
Wir verlassen den Düsseldorfer Hafen und gehen in die Talfahrt. Luca und Valentina genießen offensichtlich den Ausflug mit Betti. Die Foto Session gehört natürlich auch dazu. Einfach wunderbar bei strahlendem Sonnenschein auf dem Rhein an der Düsseldorfer Altstadt vorbei zu fahren.
Kribben (Buhnen) bei der Rheinknie Brücke
Bei der Theodor-Heuss-Brücke wenden wir und gehen in die Bergfahrt. Jetzt geht es merklich langsamer voran. Nachdem wir die Rhein-Knie-Brücke passiert haben darf Luca mal richtig Gas geben. Vehement beschleunigt Betti auf 45 Kilometer pro Stunde. In Gleitfahrt lassen wir uns den Fahrtwind um die Nase wehen. Dann gilt es schon wieder zu wenden um die Heimfahrt anzutreten.
Binnenmotorschiff ISIS bei der Einfahrt in den Düsseldorfer Hafen
In Höhe des Rheinturms drehen wir auf und fahren in den Düsseldorfer Hafen ein. Nachdem Anlegen wollen Valentina und Luca noch die Düsseldorfer Altstadt und Kö unsicher machen.
Gutschein Sportboot fahren mit der Motoryacht Betti
Mittlerweile stehen Andreas und Florian auf dem Steg. Andreas hat seinem Sohn Florian zum 16. Geburtstag einen Gutschein für eine Fahrt mit Betti geschenkt. Florian ist vom selber Fahren mit Betti ganz begeistert. Ob er jetzt wohl auch den Sportbootführerschein machen wird?
Feierabend!
Ausflug mit dem Binnenmotorschiff Nito
Jetzt wollen G. und ich einen Ausflug mit seiner Diko machen. Die Diko ist ein 25 Meter langes Stahlschiff mit einem Gewicht von 60 Tonnen. Für die Diko ist es in diesem Jahr die erste Fahrt. Da in diesem Jahr diverse Arbeiten am Antrieb durchgeführt wurden, gilt es den Ausflug besonders sorgfältig vorzubereiten.
Für mich ist es das erste Mal an Bord der Diko. G. erläutert mir die Leinenarbeit und wie er die Diko aus der für seine Schiffslänge doch eher engen Marina Düsseldorf herausmanövrieren will. Jeder von uns ist mit einem Walkie-Talkie ausgestattet. Zusätzlich vereinbaren wir einige Handzeichen.
Die Maschine ist mittlerweile warm gelaufen. Nun sind wir alle bestens für das Ablegemanöver vorbereitet. Heckleine und Vorleine sind los. Die Maschine läuft voraus und das Heck dreht sich langsam vom Steg weg. Ganz vorsichtig manövriert G. in Rückwärtsfahrt die Diko. Jetzt müssen wir noch die Diko in die Hafengasse drehen. Mit Unterstützung des Bugstrahlruders und dem kräftigen Diesel schaffen wir es.
Wir kündigen unsere Ausfahrt über UKW Kanal 10 an und gehen direkt nach der Hafenausfahrt in die Bergfahrt. Wir halten uns auf der rechten Rheinseite und haben selbstverständlich die Blaue Tafel gesetzt.
Es macht richtig Spaß ein so schönes und großes Schiff zu steuern. Ruhig läuft die Diko geradeaus.
Kein Vergleich zu unserer vergleichsweise leichten Betti, die vollgetankt gerade einmal 5 Tonnen auf die Waage bringt.
Binnenmotorschiff Asterode – Rheinturm und Medienhafen Düsseldorf
Bei Neuss drehen wir und fahren in den Neusser Hafen ein. Wir wollen der Tankstelle einen Besuch abstatten. Carlos ist jedoch gerade mit dem Kranen beschäftigt. So dringend ist es nicht. Noch sind die Tanks der Diko gut gefüllt. Wir machen uns auf den Rückweg.
Es ist beeindruckend die Diko auf dem Rhein zu steuern. Mit dem Antrieb ist alles bestens. G. hat die Temperatur der Welle überprüft. Offensichtlich haben er und sein Techniker perfekte Arbeit geleistet.
Wir steuern den Düsseldorfer Hafen an. Souverän steuert G. den Liegeplatz der Nito an. Wenig später liegt die Diko sicher vertäut in der Marina Düsseldorf.
Wolf Ortlinghaus ist seit mehreren Jahrzehnten auf Segel- und Motoryachten weltweit unterwegs. Freizeittörn, Überführungstörn, Skippertraining, Ausbildungstörn sowie die Motorboot Ausbildung wie auch das Radar Training auf dem Rhein bei Düsseldorf gehören bei ihm seit Jahren zum regelmäßigen Spektrum im praktischen Umgang mit Sportbooten. Gerne gibt er sein Wissen im Rahmen von Schulung, Beratung, Email, Telefon, einem persönlichen Gespräch und Blogs weiter.
Jürgen (Bootsfahrschule Bützer) hat mit seiner Saga 25 ein Problem. Sein Boot hat bei der Sportbootführerschein Ausbildung im Düsseldorfer Hafen die Schraube verloren. Um eine neue Schraube zu montieren muss das Schiff gekrant werden. Die nächste Möglichkeit bietet sich in Neuss beim Full Yacht Service von Carlos Lopez.
Bordhund Nito
Hilfe unter Motorboot und Motoryachtfahrern wird groß geschrieben. Also ist es selbstverständlich, dass die Motoryacht Betti als Schlepper für die Fahrt von Düsseldorf nach Neuss zur Verfügung steht.
Guido und ich in Begleitung von Bordhund Nito steuern Betti von der Marina Düsseldorf zur Steganlage von Jürgen.
Wir legen mit Betti längsseits an der Steganlage an. Dort erwarten uns bereits Jürgen, Lena und Mario und nehmen unsere Leinen an.
Klabautermann wird mit Leinen verholt
Wir bereiten sorgfältig das Schleppgeschirr vor. Jürgen hat bereits Leinen und Ruckdämpfer vorbereitet. An den beiden Heckklampen von Betti befestigen wir einen Hahnepot um so die enormen Kräfte beim Schleppvorgang auf beide Klampen gleichmäßige zu verteilen.
Die zu schleppende Saga 25 mit dem Namen Klabautermann verholen wir mittels Leinen.
Vorsichtig manövriere ich Betti rückwärts in die unmittelbare Nähe von Klabautermann. Ein geschickter Wurf und wir haben die Schleppleine und verbinden diese mit dem Hahnepot.
Schleppfahrt auf dem Rhein
Lena kommt noch zu uns an Bord und Mario und Jürgen sind an Bord vom Klabautermann.
Los geht’s.
Einkuppeln der Steuerbordmaschine, wieder auskuppeln. Das wiederhole ich mehrfach bis die Schleppleine dicht ist. Mit kleiner Fahrt bewegen wir uns durch den Hafen.
Schleppverband – Motoryacht Betti und Klabautermann im Schlepp
Guido kündigt über UKW Kanal 10 unserer Schleppverband an und informiert so die Schifffahrt auf dem Rhein. Wir lassen die Bergfahrt passieren und drehen mit unserem Anhang in den Strom und gehen in die Bergfahrt. Beide Maschinen laufen jetzt mit einer Drehzahl von 1500 Umdrehungen. Die Schleppleine ist gespannt wie eine Klavierseite. Strom, Wellen und unser Anhang machen uns ganz schön zu schaffen. Über Grund machen wir lediglich 3,5 bis 4,5 Kilometer pro Stunde. Ganz schön mühselig.
Tankstelle Neuss
Auch heute an Karfreitag sind jede Menge Binnenmotorschiffe auf dem Rhein unterwegs. Regelmäßig informieren wir die Schifffahrt über UKW Funk. Durch unseren Anhang sind wir nur eingeschränkt manövrierfähig. Wir fahren die ganze Strecke auf der linken Rheinseite. Unnötiges Queres der Fahrrinne unterlassen wir aus gutem Grund.
Nach einer gefühlten Ewigkeit laufen wir in den Neusser Hafen ein.
Geschickt lassen wir Jürgens Schiff an uns vorbei treiben und gehen längsseits. Wir sichern die Saga 25 mit Vor- und Heckleine an Betti.
Jetzt gehen wir im Päckchen längsseits an die Steganlage von Carlos.
Wir beglückwünschen uns zur erfolgreichen Schleppfahrt.
Zusammen geht es jetzt deutlich flotter zurück zur Marina Düsseldorf.
Wolf Ortlinghaus ist seit mehreren Jahrzehnten auf Segel- und Motoryachten weltweit unterwegs. Freizeittörn, Überführungstörn, Skippertraining, Ausbildungstörn sowie die Motorboot Ausbildung wie auch das Radar Training auf dem Rhein bei Düsseldorf gehören bei ihm seit Jahren zum regelmäßigen Spektrum im praktischen Umgang mit Sportbooten. Gerne gibt er sein Wissen im Rahmen von Schulung, Beratung, Email, Telefon, einem persönlichen Gespräch und Blogs weiter.
Eine erste Eisschicht hat sich zwischen den Stegen gebildet.
Seit Montag läuft an Bord von Betti die Dieselheizung auf kleinster Stufe um den Frostwächter zu unterstützen und das Schiff nicht vollständig auskühlen zu lassen. Jetzt erst einmal den Heizlüfter starten und die Dieselheizung auf volle Leistung stellen.
Gleich wollen 5 Segler und Sportbootfahrer mit Betti zum Radartraining auf den Rhein.
Um 19.00 Uhr ist es schon dunkel. Die Positionsbeleuchtung ist eingeschaltet. Die Diesel schon warm gelaufen.
Nach einer Einweisung legen wir ab und üben den Umgang mit der Radaranlage.
Immer wieder begegnen und überholen uns Binnenmotorschiffe. Vermutlich können die Schiffsführer kaum glauben, dass bei zu der Jahreszeit und bei den Temperaturen Sportboote auf dem Rhein unterwegs sind.
Radartraining
Hammer Eisenbahnbrücke auf dem Radarbildschirm
Schnell haben alle an Bord den Umgang mit der Simrad Radaranlage erlernt. Wir üben die Verkehrssituation und unsere Umgebung anhand des Radarbilds zu bewerten und vergleichen dies mit der visuell erfassten Situation. Wir erkennen ganz ausgezeichnet Brücken, Buhnen, Tonnen, Ufer und Fahrzeuge. Können die Abstände mit der Radaranlage zu einem erfassten Objekt ermitteln und vieles mehr.
Automatic Identification System
AIS ziehen wir ebenfalls in unsere Überlegungen ein und vergleichen alle Methoden. Die Teilnehmer lernen die Stärken und Schwächen von Radar und AIS zu beurteilen. Es ist elementar wichtig für den Navigator die Grenzen und Stärken der eingesetzten Technologien zu kennen.
Zurück im Heimathafen
Um 21.30 Uhr legen wir wieder wohlbehalten in der Marina Düsseldorf an.
Beim Anlegen knirscht es schrecklich. Es sind jedoch lediglich die Fender welche sich von ihrer Eisschicht befreien.
Auch die Badeplattform ist durch Spritzwasser vollständig von einer Eisschicht überzogen.
Zum Schluß verteile ich noch die Teilnahmezertifikate an die Teilnehmer.
Nach dem Aufräumen und Einbau des Frostwächters im Maschinenraum geht es heimwärts.
Ein toller Winterausflug auf dem Rhein!
Radartraining auf dem Rhein
Bei der Radarausbildung wird der effiziente und zielgerichtete Umgang mit der Radaranlage geübt. Ziel ist es jeden Sportbootfahrer und Fahrtensegler in die Lage zu versetzen eine an Bord befindliche Radaranlage in Betrieb zu nehmen und sicher zu navigieren.
Schwerpunkte der Radarausbildung an Bord von der Motoryacht Betti:
Bedienung des Radargeräts
Regelung der Empfindlichkeit
Regenentrübung
Seegangsentrübung
Entfernungsbereich
Peilung EBL + VRM (Seitenpeilung und Abstand)
Einsatz des Radar bei der Fahrt auf dem Rhein
Erkennen von Fahrzeugen
Peilung und Abstandsmessung
Overlay Seekarte und Radar
Anwendung des AIS (Automatic Identification System)
Im Zeitalter des Smartphones hat UKW Funk in der Binnenschifffahrt in keiner Weise an Bedeutung verloren. Dies gilt für Berufsschifffahrt und Sportbootfahrer gleichermaßen. Kleinfahrzeuge mit einer Länge von weniger als 20 Metern sind nicht ausrüstungspflichtig. Jeder verantwortungsbewusste Sportbootfahrer wird gleichwohl beim Befahren der großen Flüsse sein Fahrzeug in jedem Fall mit UKW Funk ausrüsten. UKW Funk ist für die Sicherheit an Bord von Binnenschiffen sowie die Kommunikation Schiff-Schiff, mit Revierzentralen, Brücken und Schleusen das Mittel der Wahl.
Voraussetzungen für die Teilnahme am UKW Funk in der Binnenschifffahrt
Für die Teilnahme am UKW Funk müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:
UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI)
Rufzeichen und ATIS Kennung
Zugelassenes Funkgerät
Handbuch für den Binnenschifffahrtsfunk
UKW Sprechfunkzeugnis (UBI)
Das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenfunk (UBI) ist ein amtliches Zeugnis. Sofern eine UKW-Funkanlage an Bord eines Schiffs vorhanden ist, muss der Schiffsführer über das UKW Sprechfunkzeugnis verfügen. Das Zeugnis ist für die Berufs- und Sportschifffahrt gleichermaßen gültig. Die Funkprüfungen für die Sportschifffahrt werden vom DSV und DMYV abgenommen.
Die meisten Sportbootschulen und Segelvereine bieten Kurse zur Vorbereitung auf die UBI Prüfung an. Die Prüfung wird anders als beim Short Range Certificate für den Seefunk ausschließlich in deutscher Sprache abgenommen. Selbstverständlich hat der Schiffsführer sein Funkzeugnis an Bord mitzuführen. Bei Kontrollen durch die Wasserschutzpolizei wird dies neben dem Sportbootführerschein Binnen gerne verlangt. Auch wir bieten die Ausbildung zum UKW-Sprechfunkzeugnisan.
Rufzeichen und ATIS Kennung
Bei der Bundesnetzagentur ist die Zulassung für die Teilnahme See- und Binnenschifffahrtsfunk zu beantragen. Die Bundesnetzagentur vergibt für das im Antrag aufgeführte Schiff das Rufzeichen, MMSI und ATIS Kennung. Beispielhaft sind Rufzeichen und Kennungen der Ausbildungsyacht Betti aufgeführt:
Name des Schiffes
BETTI
Rufzeichen
DC7160
MMSI
211626180
ATIS Kennung
9211037160
Art der Funkanlage
VHF-DSC
Frequenzbereich
156 - 174 MHz
Zugelassenes Funkgerät
Simrad RS35 mit ATIS für den Binnenschifffahrtsfunk
Nur für den Binnenschifffahrtsfunk zugelassene Geräte dürfen eingesetzt werden. Das Funkgerät muss das im Binnenfunk vorgeschriebene ATIS unterstützen. Es ist unbedingt sicherzustellen, dass die von der Bundesnetzagentur zur Verfügung gestellte ATIS Kennung in das Gerät einprogrammiert werden kann. Bei gebrauchten Geräten sollte vor dem Erwerb ein Fachhändler konsultiert werden.
ATIS steht für Automatic Transmitter Identification System. Am Ende einer jeden Aussendung übermittelt das Funkgerät automatisch die Kennung des Senders. Die Revierzentralen können somit jede Funkstelle eindeutig identifizieren.
An Bord ist stets die Frequenzzuteilungsurkunde mitzuführen. An Bord unserer Motoryacht Betti haben wir das Simrad RS35 im Einsatz. Das Gerät kann im Binnenfunk wie auch im Seefunk gleichermaßen eingesetzt werden. Es verfügt über die Möglichkeit zwischen diesen beiden Modi umzuschalten. Als weiteres Leistungsmerkmal ist im RS 35 ein AIS Empfänger eingebaut. Die AIS Signale werden auf dem angeschlossenen Kartenplotter dargestellt.
UKW Handfunkgeräte
Handfunkgeräte dürfen in Deutschland auf Sportbooten nicht eingesetzt werden. Selbst wenn das Handfunkgerät über eine ATIS Kennung verfügt ist der Einsatz nicht erlaubt.
Handfunkgeräte dürfen lediglich im Verkehrskreis „Funkverkehr an Bord) auf den Kanälen 15 und 17) auf Ausrüstungspflichten Fahrzeugen nicht jedoch auf Kleinfahrzeugen eingesetzt werden.
In den Niederländen dürfen hingegen Handfunkgeräte mit ATIS Kennung im Binnenfunk verwendet werden.
Handbuch für den Binnenschifffahrtsfunk
Das Handbuch für den Binnenschifffahrtsfunk ist auf allen Schiffen mit UKW Funk mitzuführen. Laut Paragrpah 1.10, Nr. 1 Buchst. I der Binnenschifffahrtsstraßenordnung (BinSchStrO) umfasst dies einen Abdruck des Handbuchs Binnenschifffahrtsfunk, Allgemeiner Teil und Regionaler Teil Deutschland für die befahrene Wasserstraße in der aktuellen Fassung. Akzeptiert wird auch eine elektronische Fassung auf die jederzeit zugegriffen werden kann.
UKW Kanäle
Auf den deutschen Binnenschifffahrtsstraßen wird für die Schiff-Schiff Kommunikation immer der Kanal 10 genutzt. Die Revierzentrale wird bei Bedarf über den jeweiligen Arbeitskanal erreicht. Der Arbeitskanal ist dem Handbuch Binnenschifffahrtsfunk zu entnehmen. Durch Tafeln am Ufer werden ebenfalls die Arbeitskanäle angezeigt.
Hörwache – Abhörpflicht
Es gilt der Grundsatz: Wenn eingebaut, dann eingeschaltet!
Ich habe bis jetzt keinen Gesetztzestext gefunden, der eine Hörwache in der Binnenschifffahrt für Sportboote vorschreibt. Nach meiner Erfahrung erwartet die Berufsschifffahrt, dass eingebaute UKW-Funkgeräte eingeschaltet sind und der Schiffsführer Hörwache geht. In der Praxis hat sich dies bewährt. Dazu mehr in den folgenden Ausführungen.
Gute Gründe für UKW Funk an Bord von Sportbooten
Auf allen Binnenrevieren mit Berufsschifffahrt rate ich zu einer UKW Funkanlage auch an Bord eines nicht ausrüstungspflichtigen Sportboots. Im folgenden möchte ich einige gute Gründe für den UKW Funk an Bord von Sportbooten erläutern.
Notfälle
Nur über UKW Funk kann im Notfall die gesamte Schifffahrt im Nahbereich über einen Notfall informiert werden und somit um Hilfe gebeten werden.
Ein- und Auslaufen in Häfen
Beim Einlaufen wie auch beim Verlassen eines Hafens ist es empfehlenswert sich über Funk zu melden.
Beispiele:
Sportboot Betti verlässt den Düsseldorfer Hafen und fährt zu Tal.
Sportboot Betti befindet sich in Höhe des Rheinturms und fährt in den Düsseldorfer Hafen ein.
Wie schon beschrieben erfolgt die Kommunikation auf dem Schiff-Schiff Kanal 10.
Mit den oben aufgeführten Funksprüchen wird die gesamte Schifffahrt in der Nähe über die Absicht der Motoryacht Betti informiert. Der Berufsschifffahrt hilft es unsere Reaktion einzuschätzen und ggf. sich mit uns abzustimmen. Regelmäßig habe ich es erlebt, dass die Weiße Flotte sich mit mir über die Passierseite abstimmt. Gerade beim Verlassen des Düsseldorfer Hafens geht die Weiße Flotte in der Regel in die Talfahrt und wechselt direkt auf die linke Flussseite. Somit wird der Schiffsführer des Berufsschiffs die Begegnung Steuerbord an Steuerbord bevorzugen.
Ankündigung des UKW Kanals 22 für die Schleuse Heumen
Kommunikation mit Schleusen und Brücken
Ideal ist der UKW Funk um sich bei Schleusen und Brücken anzumelden bzw. um zu erfahren wann die Bedienung für die Sportschifffahrt möglich ist.
Begegnungen auf dem Fluss bzw. Kanal
Bei Begegnungen wie auch Überholvorgängen ist eine kurze Abstimmung mit der Berufsschifffahrt hilfreich und vermeidet Missverständnisse. Die Berufsschiffer mit ihrer jahrelangen Erfahrung können in der Regel sehr gut abschätzen wie ein Manöver am geschicktesten zu fahren ist.
Für Fragen zum UKW Funk in der Binnenschifffahrt stehe ich gerne zur Verfügung. Anregungen nehme ich gerne mit in den Artikel auf.
Wolf Ortlinghaus ist seit mehreren Jahrzehnten auf Segel- und Motoryachten weltweit unterwegs. Freizeittörn, Überführungstörn, Skippertraining, Ausbildungstörn sowie die Motorboot Ausbildung wie auch das Radar Training auf dem Rhein bei Düsseldorf gehören bei ihm seit Jahren zum regelmäßigen Spektrum im praktischen Umgang mit Sportbooten. Gerne gibt er sein Wissen im Rahmen von Schulung, Beratung, Email, Telefon, einem persönlichen Gespräch und Blogs weiter.
In der Sportbootführerschein Ausbildung wird jeder Schüler mit schwimmenden Geräten konfrontiert und muss anhand von Piktogrammen die Prüfungsfragen lernen. Spätestens in Praxis wird sich jeder von uns früher oder später mit dem Thema „schwimmende Geräte in der Binnenschifffahrt“ auseinandersetzen müssen.
In diesem Artikel möchte ich anhand von Praxisbeispielen den vielfältigen Einsatz von schwimmenden Geräten in der Binnenschifffahrt erläutern.
Möge dieser Artikel allen helfen sich auf die Sportbootführerschein Prüfung vorzubereiten wie auch in der Praxis den Umgang mit schwimmenden Geräten souverän zu meistern.
Gerne nehme ich Anregungen und Ergänzungen auf und stehe selbstverständlich für Fragen zur Verfügung.
Schwimmende Geräte in der Binnenschifffahrt
Definition
Laut Binnenschifffahrtstraßenordnung (BinSchStrO) ist ein schwimmendes Gerät ein Fahrzeug. Es handelt sich um eine schwimmende Konstruktion mit technischen Einrichtungen, die für Arbeiten auf Wasserstraße oder in Häfen bestimmt sind, zum Beispiel Bagger, Kräne, Arbeitsplattformen und Markierungsplattformen.
Ein schwimmendes Gerät kann aber muss nicht einen eigenen Antrieb haben. Häufig werden diese Geräte von einem Fahrzeug zu ihrem Einsatzort geschleppt.
Kennzeichnung
Es wird in Tag und Nachtsignale unterschieden. Bei den Tagsignalen kommen entweder Tafeln oder Bälle in Verbindung mit Rhomben (Doppelkegeln) zum Einsatz. Nachts führen schwimmende Fahrzeuge in der Binnenschifffahrt Rundumlichter.
Praxisbeispiele schwimmende Geräte in der Binnenschifffahrt
Rheinkilometer 748
Anschauliche Praxisbeispiele sind hilfreich beim Verstehen und Anwendungen von Verkehrsregeln und im Umgang miteinander.
Beispiel 1- gesunkener Steiger
Nach einer nächtlichen Kollision mit einem Binnenmotorschiff ist der Schwimmer des Steigers bei Rheinkilometer 748 Leck geschlagen und der Steiger samt Landungsbrücke gesunken. Das dadurch entstandene Unterwasserhindernis am Rand der Fahrrinne stellt eine Gefährdung für die Binnenschifffahrt dar.
Rheinkilometer 748 Blickrichtung Rhein aufwärts
Für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) ist die Sicherung des Steigers eine Routineaufgabe. Ein Arbeitsschiff des WSA positioniert ein schwimmendes Gerät mit Tafeln und Rundumlichtern in Höhe des Steigers zur Fahrrinne hin. Damit wird tags wie nachts die Schifffahrt vor dem Unterwasserhindernis gewarnt.
Das schwimmende Gerät wird durch Anker auf der Position gehalten. Die Kennzeichnung ergibt sich folgerichtig:
Seite des Steigers
Rote Tafel bzw. rotes Rundumlicht signalisiert Durchfahrt verboten.
Seite zur Fahrrinne hin
Schwimmendes Gerät bei Nacht In Blickrichtung links ist die Durchfahrt gesperrt
Rot-weiße Tafel bzw. Rundumlichter rot über weiß gebieten Sog- und Wellenschlag zu vermeiden.
Erläuterung
Selbstverständlich ist eine Fahrt über den unter Wasser befindlichen Steiger hinweg gefährlich bzw. bei entsprechendem Tiefgang gar nicht möglich und somit verboten. Auf der Passierseite besteht das Gebot Sog- und Wellenschlag zu vermeiden damit das schwimmende Gerät weder beschädigt wird noch sich aus seiner Verankerung losreißt.
Beispiel 2 – Untiefe Nähe Neusser Hafen
Ein Binnenmotorschiff hat die Innenkurve deutlich zu eng genommen und ist dabei auf Grund gelaufen. Beim Auflaufen hat das Schiff das Kiesbett des Rheins vor sich her geschoben und damit eine Untiefe geschaffen. Nach dem Freischleppen des Binnenmotorschiffs hat das WSA die Untiefe mit einem schwimmenden Gerät gekennzeichnet.
Seite der Untiefe
Rote Tafel bzw. rotes Rundumlicht signalisiert Durchfahrt verboten.
Seite zur Fahrrinne hin
Rot-weiße Tafel bzw. Rundumlichter rot über weiß gebieten Sog- und Wellenschlag zu vermeiden.
Beispiel 2 – Sicherung von Brückenarbeiten
Auf der Maas werden an einer Brücke Wartungsarbeiten durchgeführt. Eine Arbeitsplattform für die Arbeiter hängt unter der Brücke und reduziert somit die Durchfahrtshöhe für die Binnenschifffahrt. Die Arbeitsplattform selber ist gekennzeichnet. Durch die nach unten gerichtete schwarze Spitze auf weißem Grund wird bereits auf die Durchfahrtsbeschränkung hingewiesen.
Darüber hinaus hat sich ein Arbeitsboot (schwimmendes Gerät) zur Sicherung der Arbeiten vor das Hindernis in den Strom gelegt. Auch in diesem Beispiel ist zur Seite des Hindernisses verboten (rote Tafel) und auf der Passierseite Sog- und Wellenschlag zu vermeiden.
Hinweise für die Sportschifffahrt
Jeder Sportbootfahrer muss sich mit der Kennzeichnung für schwimmende Geräte in der Binnenschifffahrt auskennen. In jedem Fall sind die gezeigten Signale von Sportbootfahrern zu beachten. Die Kenntnis der Binnenschifffahrtszeichen erwartet der Gesetzesgeber von uns Sportbootfahreren ebenfalls
Wolf Ortlinghaus ist seit mehreren Jahrzehnten auf Segel- und Motoryachten weltweit unterwegs. Freizeittörn, Überführungstörn, Skippertraining, Ausbildungstörn sowie die Motorboot Ausbildung wie auch das Radar Training auf dem Rhein bei Düsseldorf gehören bei ihm seit Jahren zum regelmäßigen Spektrum im praktischen Umgang mit Sportbooten. Gerne gibt er sein Wissen im Rahmen von Schulung, Beratung, Email, Telefon, einem persönlichen Gespräch und Blogs weiter.
Christoph ist Arzt, hat eine eigene Segelyacht und lebt seit vielen Jahren in Stavanger (Norwegen). In einigen Wochen wird er einem Freund helfen eine Segelyacht vom Typ Motiva 40 von der Schweiz nach Norwegen zu überführen. Christoph und sein Freund haben viel Erfahrung auf der Nordsee sind jedoch noch nie mit einem Motorboot oder einer Segelyacht auf dem Rhein gefahren.
Eine Internetrecherche führt Christoph zu Rhein Trainer. Christoph ist für die boot in Düsseldorf und so vereinbaren wir ein Training mit der Motoryacht Betti von 08.00 bis 10.00 Uhr.
Marina Düsseldorf
22.01.2018 – um 0715 Uhr in der Marina Düsseldorf
Der Wetterbericht hat für den Vormittag Regen angekündigt. Noch saut es ganz ordentlich.
An Bord angekommen starte ich als erstes die Dieselheizung damit es etwas gemütlicher wird.
Entgegen dem Wetterbericht lässt der Regen gegen 08.00 Uhr nach.
Christoph und sein Neffe Felix treffen pünktlich in der Marina ein. Nach der Sicherheitseinweisung besprechen wir die Lernziele.
Primär geht es um das Handling einer Yacht auf dem Rhein, Navigation, den Umgang mit Strömung und Berufsschifffahrt.
Wir besprechen die wichtigsten Manöver im Strom und werfen die Leinen los.
Motorboot Training auf dem Rhein
Auf UKW Kanal 10 melden wir unsere Ausfahrt aus dem Hafen Düsseldorf: „Sportboot Betti verlässt den Düsseldorfer Hafen und fährt zu Berg“
Binnenmotorschiff Almenhof
Auf dem Strom ist zur Zeit kein Schiff. Wenig später begegnet uns der Talfahrer Almenhof. Insgesamt scheint wenig auf dem Rhein los zu sein. Ich nehme an dies liegt am Hochwasser. Der Pegelstand beträgt 6,6 Meter. Noch scheint das Wasser zu steigen. Bei unserer Bergfahrt müssen wir immer wieder Treibgut ausweichen. Unserer Fahrt durchs Wasser beträgt 12 Km/h – über Grund schaffen wir lediglich 4 Km/h. Nach Köln würden wir bei dem Tempo 15 Stunden brauchen.
Hochwasser – 8 Km/h Strömung
Nachdem sich Christoph mit unserer zwei-motorigen Betti und dem Strom vertraut gemacht hat üben wir das Halten auf der Stelle und Ferry Gliding. Felix übernimmt und freundet sich ebenfalls schnell mit Betti und dem Fahren auf dem Strom an. Prima wie die beiden das machen.
Dann üben wir Boje über Bord im Strom. Alles immer schön gegen den Strom. Auch das klappt bestens. Zwischendurch müssen wir uns immer mal wieder mit den Binnenschiffen arrangieren.
Terra 2 beim drehen im Strom
Die Terra 2 fährt zu Tal und will in den Düsseldorfer Hafen. Kurz hinter Neuss fängt die Terra 2 schon an Ruder zu legen um in den Düsseldorfer Hafen einzudrehen. Mit Ferry Gliding traversiert die Terra 2 von der Strommitte in die Hafeneinfahrt.
Nach Abschluss der Übungen fahren wir zu Tal und drehen in Höhe des Rheinturms über Backbordbug zum rechten Flussufer. Kurze Meldung über Kanal 10 und Felix steuert Betti gekonnt in den Hafen.
Christoph ist jetzt bestens für den Überführungstörn auf dem Rhein vorbereitet!
Ich wünsche Christoph und seinem Freund viel Erfolg und Freude für den Überführungstörn!