Änderungen Richtlinien SKS Praxisprüfung

Änderungen Richtlinien SKS Praxisprüfung - 2017 - reffen-am-wind

Reffen am Wind

Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2017 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Durchführungsrichtlinien Sportküstenschifferschein (SKS) geändert.

Im Wesentlichen beziehen sich die Änderungen auf die praktische Prüfung.

Es wird grundsätzlich unterschieden ob die Prüfung auf einer Segelyacht oder einer Motoryacht abgenommen werden.

  • Segelyacht – Die praktische Prüfung zum Sportküstenschifferschein in der Antriebsart „Antriebsmaschine und unter Segel“
  • Motoryacht – Die praktische Prüfung zum Sportküstenschifferschein in der Antriebsart „Antriebsmaschine“

Die Pflichtmanöver wurden deutlich erweitert.

Aktuell gelten nur die Rettungsmanöver zu den Pflichtaufgaben. Nachfolgend sind alle ab dem 01.01.2017 zu prüfenden Pflichtmanöver aufgeführt:

  • Rettungsmanöver unter Segel
  • Rettungsmanöver unter Segel mit Maschinenunterstützung
  • Rettungsmanöver mit Antriebsmaschine (nur noch bei Bewerberinnen und Bewerbern für den SKS mit der Antriebsart „mit Antriebsmaschine“)
  • Ablegen mit Antriebsmaschine
  • Anlegen mit Antriebsmaschine
  • Wenden oder Halsen/Q-Wende
  • Beidrehen/Beiliegen
  • Seemannschaft / Fertigkeiten (von diesen Aufgaben wird eine Aufgabe gestellt)
    • Sicherheitseinweisung
    • Notrolle
    • Handhabung Lifebelt und Lifeline
    • Anwenden von Leinen beim An- oder Ablegen (Spring, Vor- und Achterleine, Leine auf Slip)
  • Wetterkunde
    • Ablesen der Wetterinstrumente (Thermometer / Barometer), Beurteilung der Wetterlage am Ort zum Zeitpunkt der Prüfung)
  • Navigation (von diesen Aufgaben  wird eine Aufgabe gestellt)
    • Bestimmung des Schiffsortes, Absetzen, Bestimmen und Umwandeln von Kursen
    • Arbeiten mit einem Empfänger für ein Satelliten gestütztes Funknavigationsverfahren
    • Arbeiten mit Steuerkompass oder Handpeilkompass
  • Motor, Elektrische Anlage und Gasanlage (von diesen Aufgaben wird eine Aufgabe gestellt)
    • Motor: Kontrolle vor dem Starten oder nach dem Starten
    • Elektrische Anlage: Kontrolle
    • Gasanlage: Bedienung, Kontrolle
  • Seemannschaft / Manöver
    • Manöver unter Antriebsmaschine
      • Drehen und / oder Aufstoppen auf engem Raum
      • Vorbereitung der Yacht für das Ein- und Auslaufen
      • Durchführen eines Ankermanövers
    • Manöver unter Segel
      • Segelsetzen / Segelbergen in Fahrt
      • Einreffen und / oder Ausreffen in Fahrt
      • Aufschießer fahren

Die Prüfungsdauer je Prüfling verlängert sich damit von 30 auf 45 Minuten.

Eindeutig ist der Trend zu einer höheren Gewichtung der praktischen Fertigkeiten bei der SKS Prüfung. Dieser Schritt ist sehr zu begrüßen.

Gerne stehe ich für die Beantwortung von Fragen zur SKS Ausbildung und Prüfung bzw. für die Durchführung von SKS Ausbildungstörns und Skippertrainings unter wolf.ortlinghaus@sku-duesseldorf.de  bzw. (+49) 176 47666540 zur Verfügung.

Verglichen mit der RYA Yachtmaster Ausbildung und Prüfung bleibt es jedoch bei dem Abprüfen einiger wichtiger Manöver. Die RYA legt bei ihren Praxis Prüfungen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung des Prüflings im Hinblick auf Yachtführung, Terrestrische Navigation, Gezeitennavigation, Crew Management sowie sicherer Umgang mit der Yacht inklusiver aller Manöver. Eine Yachtmaster Offshore Prüfung dauert in der Regel bei 4 Prüflingen 2 Tage und beinhaltet auch die Schiffsführung bei Nacht, wie z.B. das sichere Ansteuern einer unbeleuchteten Tonne ausschließlich mittels terrestrischer Navigation.

Der RYA Prüfer erlebt sehr intensiv über einen längeren Zeitraum inwieweit der einzelne Prüfling tatsächlich als Schiffsführer geeignet ist. Einzelne Fehler können vom Prüfling während der Prüfung durchaus ausgeglichen werden sofern es sich nicht um äußerst kritische Verfehlung wie z.B. eine Patenthalse handelt.

Festzuhalten ist, dass eine stärkerer Fokussierung auf die praktischen Fähigkeiten sicherlich sinnvoll ist. Abzuwarten bleibt inwieweit die Umsetzung in der Praxis tatsächlich erfolgt und ob dies zu einer qualitativ besseren Ausbildung führt.

Weiterführende Informationen finden sich auf den Seiten des Deutschen Segler-Verbands e. V. sowie ELWIS (Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice):

ELWIS SKS Durchführungsrichtlinien

DSV Ausbildung Sportbootführerscheine

 

 

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